Am 29. März 2003 gründete sich im Kapuzinerkloster in Cochem mit einer festlichen Charterfeier ein besonderer Verein, der sich seit mehr als 13 Jahren für die Schwächsten auf der ganzen Welt einsetzt: der Soroptimist Club International Cochem. Was die Vereinigung berufstätiger Frauen so stark macht und wie sie es geschafft haben, weit über 60.000 Euro für soziale Zwecke zu spenden, verraten sie im WochenSpiegel Gespräch. 

Von Christian Thielen

Der Besuch einiger Düsseldorfer Frauen im Hotel Kessler-Meyer in Sehl war die Initialzündung für den Soroptimist International Club Cochem/Mosel. Denn die Reisegruppe bestand ebenfalls aus Soroptimistinnen und die erzählten von den tollen Projekten, die man gemeinsam in der Rhein-Metropole realisieren konnte. Von diesen Erzählungen inspiriert, stand für Hotelbesitzerin Anita Kessler-Meyer und Unternehmensberaterin Dr. Madeleine Durand-Noll fest, so einen Club der starken Frauen brauche man auch in Cochem. Sie fanden Gleichgesinnte aus den unterschiedlichsten Berufen mit leitenden Positionen und keine anderthalb Jahre später war die Gründung des Cochemer Soroptimist-Clubs perfekt. Doch wer sind die Soroptimistinnen eigentlich? Sie sind mit über 80.000 Mitgliedern in mehr als 3.000 Clubs in 117 Ländern die weltweit größte Vereinigung berufstätiger Frauen. Ein weltweites Netzwerk, das sich für Menschenrechte, Gleichstellung der Frau, internationale Verständigung sowie Bildung und Gesundheit einsetzt. »Wir treffen uns einmal im Monat, tauschen uns aus und beraten, wie wir wo helfen können. Wir laden auch Referenten mit passenden Themen zu uns ein und besuchen Einrichtungen«, erklärt Präsidentin Petra Lambertz. »Helfen« ist das große Stichwort des Clubs.

Flohmarkt

»Grausamen Alltag vergessen lassen«

In den vergangenen 13 Jahren konnte man aus dem kleinen Cochem heraus zahlreiche Projekte in der ganzen Welt und natürlich auch vor Ort realisieren. »,Sonne für Kinder von Tschernobyl‘ ist ein Projekt, das wir seit unserer Gründung bis heute fördern«, erklärt Lambertz. Das von Karla Aurich und Dagmar Lülsdorf-Mudersbach ins Leben gerufene Projekt ermöglichte Kindern, die unter schweren Erkrankungen durch die Atomkatastrophe von Tschernobyl litten, elf Jahre lang jeweils im Sommer Urlaub in der Eifel- und Moselregion zu machen. Vier Wochen lang konnten sie sich in Begleitung einer Ärztin und einer Dolmetscherin in der Region erholen und den oftmals grausamen Alltag der Strahlenkranken zumindest für kurze Zeit vergessen. »Es hat ihre Genesung stark beeinflusst, sagten uns die Ärzte«, so Lambertz. »Heute fördern wir den Kauf von medizinischen Geräten und Medikamenten in dem für die Kinder zuständigen Krankenhaus«, fügt sie hinzu. Doch Tschernobyl war nur einer von vielen Einsatzorten der Cochemer Soroptimistinnen. Unter anderem engagierte der Club sich in Mali, finanzierte dort einen Brunnenbau, Schulgärten und zuletzt Fischteiche zur Einkommenserzielung und Selbstversorgung eines Waisenhauses in Benin und half während der griechischen Finanzkrise einem fast nicht mehr arbeitsfähigen Krankenhaus mit der nötigen Verbrauchsmateriallieferung.

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Hilfe zur Selbsthilfe

Das internationale Netzwerk der Soroptimistinnen, das weltweit vor Ort ist, sorgt dafür, dass die Hilfe dort ankommt, wo sie gebraucht wird. »Bei vielen Projekten waren Mitglieder der dortigen Clubs anwesend und haben dokumentiert, was mit dem Spendengeldern geschah.« Doch stolz sind die engagierten Frauen nicht nur auf ihre internationalen Projekte, sondern auch die kleinen und größeren Events in Cochem und Umgebung bereiten ihnen viel Freude: »Unsere besonderen Highlights sind die sehr gut besuchten Bildungssymposien im Kapuzinerkloster unter dem Motto ,Kinder fordern – Kinder fördern`, jeweils mit hochkarätigen Fachreferenten, die Moderation übernimmt unsere Clubfreundin Gundula Gause. Auch unsere Benefizkonzerte und Flohmärkte erfreuen sich immer größerer Beliebtheit.« Das kommt auch der Region zu Gute. Im Jahr 2014 wurde erstmals der vom Club gestiftete Ehrenpreis für besonderes soziales Engagement an eine Frau aus dem Kreisgebiet verliehen. Jährlich werden in Zusammenarbeit mit den anderen Cochemer Service-Clubs Kinderbücher gesammelt und an Weihnachten in Geschenkpaketen durch die Cochemer Tafel verteilt. Der Club beteiligt sich an der Finanzierung von Sprachkursen für Flüchtlingskinder im Kreis Cochem-Zell und fördert das sehr wirkungsvolle tierunterstützte Sprachenlernen im Reitstall von Anne Kramer in Greimersburg. Mit den Erlösen der Veranstaltungen und durch Spenden konnte der 29 Mitglieder starke Club so beachtliche 11.000 Euro allein in 2015 erzielen und diese für den guten Zweck spenden. Seit ihrer Gründung vor 13 Jahren haben die Cochemer Soroptimistinnen sogar über 60.000 Euro aufbringen können! Doch wenn es nach den Mitgliedern des Clubs geht, ist dies noch lange nicht genug: Auch in Zukunft möchte man sich gemeinsam für die Schwachen der Welt einsetzen und das Leid und die Armut mit Hilfe zur Selbsthilfe bekämpfen.

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