Es war ein milder Herbst im Jahr 1993. Nichts wies im November auf außergewöhnliche Wetterphänomene hin, doch dann öffnet sich am 11. Dezember der Himmel über Mitteleuropa und es schütteten gigantische Wassermassen nieder. Nur wenige Tage später war klar, es sollte die größte Hochwasserkatastrophe des Jahrhunderts im gesamten Moseltal werden.

Von Christian Thielen

Der Ex-Stadtbürgermeister von Cochem, Herbert Hilken, erinnert sich noch genau: »Die Mosel stieg stetig, aber langsam. Die Schifffahrt wurde eingestellt. Alle stellten sich die Frage: »Wie hoch wird die Mosel diesmal steigen?« Als am 18. Dezember, es war der vierte Adventssonntag, das Wasser über die Ufer schoss, wurde der Bevölkerung schlagartig klar, »das ist kein normales Hochwasser«. Es sollte eine Jahrhundertflut werden, wie sie zuletzt 1784 aufgezeichnet wurde. Als am Mittag des 22. Dezember der Strom im Hause Hilken in der Moselpromenade mit einem dumpfen Geräusch erlosch, »sagte ich zu meiner Frau: Jetzt müssen wir evakuieren, es ist keine Besserung in Sicht. Ab mit der Familie ins Boot«, so Hilken. Die Wassermassen waren unaufhaltsam gestiegen, fluteten Gebäude und Straßen, überschwemmten alles, was ihnen im Weg stand. Cochems Unterstadt wurde so zu einer Geisterstadt, die nur vereinzelt Bürger auf Booten und in Flößen durchquerten. Der Pegel sollte auf unfassbare 10,34 Meter in Cochem steigen.

Unaufhaltsam stiegen die Wasserpegel und überfluteten zum Beispiel halb Cochem. Die gesamte Unterstadt war nur noch mit Booten und Flößen passierbar.

Unaufhaltsam stiegen die Wasserpegel und überfluteten zum Beispiel halb Cochem. Die gesamte Unterstadt war nur noch mit Booten und Flößen passierbar.

»Manche Leute haben alles verloren«

»Es war üblich alles Nützliche aus dem Keller ins Erdgeschoss oder in den ersten Stock zu räumen. Doch diese Weisheit galt nicht mehr: Es war eine Katastrophe, alles wurde zerstört«, erinnert sich Hilken. »In dem Flutchaos haben manche Leute alles verloren, sie standen vor dem wirtschaftlichen Ruin. Ein Mann erlitt wegen des Stresses sogar einen Herzinfarkt«, fügt er hinzu. Dem großen Einsatz von Rettungs- und Einsatzkräften sowie dem Zusammenhalt der Menschen in der Region war es geschuldet, dass die Katastrophe nicht noch schlimmer endete, so Hilken.

Laut Cochems Ex-Bürgermeister verhinderte der große Einsatz der Rettungskräfte und Zusammenhalt der Bürger eine noch schlimmere Katastrophe.

Laut Cochems Ex-Bürgermeister verhinderte der große Einsatz der Rettungskräfte und Zusammenhalt der Bürger eine noch schlimmere Katastrophe.

»Cochem glich einem Müllberg«

Als am 10. Januar die Pegel langsam zu sinken begannen, »glich Cochem einem Müllberg.« Die Fluten hatten wie wilde Tiere gewütet, alles was in den Sog der Wassermassen geraten war, blieb nun an den Moselufern liegen. »Es sah aus, wie auf einem Schlachtfeld. Vor der Kirche wurde dann der Müll gesammelt. Nachts hört man die Traktoren aus dem Hunsrück, die die Gelegenheit nutzen, um ihren Sperrmüll gleich mit zu entsorgen«, lacht Hilken. »Doch es ging Ratzfatz, die Region besteht aus Stehauf-Männchen, das Wasser konnte uns nicht bezwingen, der Wiederaufbau ging zügig voran.« Trotzdem hoffen die Mosel-aner, dass der Rekord von 1993 noch lange Bestand haben wird.

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