Es sind Kunstwerke gegen das Vergessen und sie sind Zeichen der Erinnerung und Toleranz. In vier Cochem-Zeller Gemeinden gibt es bereits so genannte „Stolpersteine“. Mit der Verlegung hat ein Projekt begonnen, dessen Weg ebenso „steinig“ wie aufrüttelnd ist.

Von Katja Hommes

Plötzlich ist alles anders. Auf der Straße wird nicht mehr mit „Guten Tag“ gegrüßt. Seine Freunde darf sich nicht mehr jeder aussuchen. Unbeschwerte Jugendjahre sind vorbei. Stattdessen heißt es „Heil Hitler“. Es wird marschiert. Die Angst geht um. So jedenfalls beschreibt Hildegard Kirfel ihre Kindheit „unterm Hakenkreuz“.

Der Künstler Gunter Demnig erinnert an die Opfer der NS-Zeit, indem er vor ihrem letzten selbstgewählten Wohnort Gedenktafeln aus Messing ins Trottoir einlässt. Inzwischen liegen STOLPERSTEINE in 1099 Orten Deutschlands und in zwanzig Ländern Europas.

Der Künstler Gunter Demnig erinnert an die Opfer der NS-Zeit, indem er vor ihrem letzten selbstgewählten Wohnort Gedenktafeln aus Messing ins Trottoir einlässt.

FAMILIE GÖTZOFF

Viele ihrer Erinnerungen aus den 1930er und den Folgejahren sind verblasst. Andere wieder sind bis heute lebendig. So wie jene an den Anblick der qualmenden Cochemer Synagogenruine, die in der Reichspogromnacht 1938 zerstört wurde.
Direkt neben der Synagoge stand das Haus der Familie Götzoff. Pinkas Götzoff war Kantor der jüdischen Gemeinde. Er lebte dort mit seiner Frau Rosa und den Kindern Senta und Arko. In der Reichspogromnacht zerstörten Nazis auch die Bibliothek des Kantors, nahmen den Familienvater fest und brachten ihn nach Dachau.

ROSA UND SENTA

Pinkas Götzoff gelang später die Flucht in die USA, auch sein Sohn Arko konnte den Nazis entkommen. Rosa und Senta Götzoff wurden nach Ausschwitz deportiert, wo sie 1941 ermordet wurden. Ein Foto, das Hildegard Kirfel besitzt, zeigt die junge Senta – ein unbeschwertes Mädchen, dessen Leben noch vor ihm lag. Sie musste sterben, weil sie Jüdin war. Hildegard Kirfel erinnert sich kaum noch an Senta. Dafür an einen Abend, an dem Rosa Götzoff an der Tür ihres Elternhauses klingelte und um Hilfe bat. Sie benötigte Geld für die Flucht. „Ich glaube meine Mutter hat ihr Geld gegeben“, sagt die 86-Jährige. Die brachte sich damit selbst in Gefahr. „Meine Mutter hatte viele jüdische Freundinnen. Sie war aufgeschlossen, das hat sich rumgesprochen“, berichtet die Cochemerin. Ihre Mutter hatte stets ein Köfferchen gepackt – für den Fall, dass sie abgeholt würde.

Die junge Senta - ein unbeschwertes Mädchen, das im KZ den Tod fand.

Die junge Senta – ein unbeschwertes Mädchen, das im KZ den Tod fand.

»STOLPERSTEINE«

Es sind Geschichten wie diese, die aufrütteln. „Ein Mensch ist vergessen, wenn sein Name vergessen ist“, sagt der Kölner Künstler Gunter Demnig, der hinter dem Projekt „Stolpersteine“ steht. Auf jedem seiner kleinen Kunstwerke sind daher die Namen der Ermordeten zu lesen. Tausende von Steinen hat er bereits in ganz Deutschland verlegt. Einige werden am 23. Juni in Bad Bertrich, Bullay, Cochem, Pünderich und Zell folgen – darunter die für Familie Götzoff.
Mit der Verlegung wird nicht nur das Projekt des Künstlers Demnig fortgeführt, sondern auch eine Initiative der Kreisverwaltung Cochem-Zell und des WochenSpiegel.

Als eine der ersten Gemeinden hat sich Brohl der Initiative »Stolpersteine für den Landkreis Cochem-Zell« von Kreisverwaltung und WochenSpiegel angeschlossen. Schon bald soll der Platz gegenüber der Kirche auch ein Platz der Erinnerung werden.

Als eine der ersten Gemeinden hat sich Brohl der Initiative »Stolpersteine für den Landkreis Cochem-Zell« von Kreisverwaltung und WochenSpiegel angeschlossen. 

ALLZEIT ERINNERN

Ziel dieser Initiative ist es, im gesamten Landkreis an die Opfer des Nationalsozialismus zu erinnern. Inzwischen haben sich auch schon viele Unterstützer gefunden.
Unter anderem hat sich auch in Kaisersesch eine Arbeitsgruppe formiert, die dieses Vorhaben begleiten möchte.

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